Namibia mit Kindern
Eine Rundreise durch Namibia bedeutet spannende Erlebnisse und jede Menge Spaß. Wir lassen die abwechslungsreiche Landschaft nicht nur an uns vorbeiziehen, sondern entdecken das Land aktiv. Große und kleine Abenteurer werden auf dieser Reise viele Rätsel lösen und mit außergewöhnlichen Erfahrungen und Sand in den Schuhen aus dem südlichen Afrika zurückkommen.
Namibia ist ein tolles Reiseland für Kinder, das fast das ganze Jahr prima bereist werden kann. Aufregend und unvergesslich sind die Tierbeobachtungen im Etosha oder Waterberg Nationalpark. Es ist ein einmaliges Gefühl, nach kurzem Suchen eine grasende Herde Zebras oder mächtige Giraffen zu entdecken, die ihren Kopf etwas ungelenk zum Wasserloch absenken. Ebenso aufregend sind die hautnahen Begegnungen mit grunzenden Seelöwen oder pfeilschnellen Geparden. Aber auch die kleineren Tiere machen einfach Spaß, zum Beispiel die drolligen Erdmännchen, die neugierig über die Grashalme schauen und sich gegenseitig mehr ärgern als aufgedrehte Grundschüler. Alle, die sich bereits in deutschen Sandkästen wohl fühlen, werden die Sanddünen der Namib Wüste lieben. Und wer zudem nicht auf das Essen aus Großmutters Küche verzichten will, ist in Namibia genau richtig.
Programm
In Windhoek angekommen, kratzt man sich erstmal am Kopf und fragt sich, warum alles so ähnlich aussieht wie zu Hause. Manche Häuser stammen aus der deutschen Kolonialzeit und einige Konditoreien bieten sogar noch Kuchen nach Oma's alten Lieblingsrezepten an. Aber schnell bemerken wir doch einiges, das anders als in Deutschland ist. Ginge bei uns eine Hererofrau in wilhelminischer Tracht über die Straße, würden sich sicher mehr Leute nach deren farbenprächtigem Gewand mit dem ungewöhnlichen Kopfschmuck umsehen als hier.
Nach kurzem Aufenthalt in Windhoek brechen wir auf zu den Abenteuern, die hinter der Stadtgrenze auf uns warten. Nun fehlt uns nur noch das richtige Gefährt, um das weite Land zu erkunden: ein Safari-Truck muss her! Das ist ein großer LKW, in dem man etwas erhöht wie in dem Ausguck eines Piratenschiffes sitzt, um den besten Blick auf Nashörner oder Warzenschweine zu haben. Gerne erklären unsere Fahrer jedem Nachwuchsmechaniker die robuste Technik.
Also raus aus Windhoek und rauf auf die Schotterpiste. Es rüttelt und schüttelt, so muss es sein! Hinter uns lassen wir eine aufgewirbelte Staubwolke zurück, während vor uns der größte Sandkasten liegt, den wir je gesehen haben. Nachdem wir im Sossusvlei eine der bis zu 220 m hohen Dünen des Namib Naukluft Nationalparks erklommen haben, werden wir mit einer grandiosen Aussicht über das nicht enden wollende Dünenmeer belohnt. Wenn ihr euch fragt, warum eure Eltern anfangen, mit den Zähnen zu knirschen, dann könnte das mit dem feinen Sand zu tun haben, der sich auch in eure Hosentaschen geschlichen hat und einfach zu so einer Tour gehört. Mit einer reinigenden Dusche und einem leckeren Abendessen klingt der Tag langsam aus und ihr könnt mit euren neuen Freunden vergleichen, wer die besseren Bilder geschossen hat.
Nun geht’s weiter Richtung Küste! In Walvis Bay halten wir Ausschau nach Flamingos, bevor wir nach einem kurzen Stück auf der Küstenstraße Swakopmund erreichen. Überraschenderweise entdecken wir hier das „Alte Amtsgericht“ und das „Autohaus Swakopmund“ und können sogar Bratwürste im „Brauhaus“ bestellen. Für Unternehmungslustige bieten sich diverse Ausflüge und Aktivitäten an, wie zum Beispiel eine Bootsfahrt, auf der man nach springenden Delfinen Ausschau halten kann. Bei Cape Cross besuchen wir eine riesige Seelöwenkolonie, die einen unglaublichen Geräuschpegel verursacht und auch ganz schön streng riecht.
Nicht weit von Uis können wir, wenn es die Zeit erlaubt, eine kleine Wanderung am Fuße des Brandbergs, dem mit 2.574 m höchsten Berg Namibias, machen. In Twyfelfontein wurden zahlreiche Felsgravuren mit Quarzsteinen in den Sandstein geritzt. Wer das wohl war? Auf der Weiterfahrt in Richtung Norden kann die junge Forschergruppe über die Herkunft und die Gründe der Gravuren diskutieren und versuchen, dieses Rätsel zu lösen. Schon kurz nachdem wir unsere Unterkunft bei Kamanjab erreicht haben, wird es aber ein neues Gesprächsthema geben. Wir wohnen nämlich auf einer Farm, auf der sich Angehörige des Himba-Volkes angesiedelt haben. Ein Treffen mit diesen naturverbundenen Menschen, die noch nach ihren alten Traditionen leben, fasziniert Groß und Klein. In den nächsten beiden Tagen bietet uns unser lieb gewonnener Safari-Truck Schutz, wenn wir uns im Etosha Nationalpark auf die Pirsch nach den wild lebenden Tieren begeben. Etosha bedeutet so viel wie „große, weite Ausdehnung“ und man könnte diesen Ort wohl kaum treffender beschreiben. In und um die weite Salzpfanne leben Elefanten, Nashörner, Löwen, Geparden und viele andere Tiere, die es zu entdecken gilt. Wenn uns eines dieser wilden Tiere vor die Linse läuft, fühlt es sich so gut an wie eine Eins in Mathe. Wie die Eins muss auch dieses Erfolgserlebnis erarbeitet werden, aber mit einem geschärften Auge klappt das bestimmt schnell. Das hilft uns auch am Waterberg Nationalpark mit seinem steil aufragenden Tafelberg, der je nach Sonnenstand rötlich-gelb schimmert. Antilopen, Büffel, Giraffen, Warzenschweine, Paviane und zahlreiche Vögel sind hier zu Hause. Und „zu Hause“ sind wir nach einer letzten Nacht in Windhoek auch schon bald wieder.